Mit 'EUFOR' getaggte Einträge

Unbewaffnet.

Das erste Mal mit einem Soldaten im Dienst gesprochen: Vor ein paar Tagen waren Schweizer EUFOR-Leute hier im Jugendzentrum, die einem der „Liaison and Observation Teams“ (LOT) angehören. Von diesen Teams, die seit 2004 eingesetzt werden, gibt’s in ganz Bosnien-Herzegowina über 45 Stück aus insgesamt 17 beteiligten Nationen.

Wie die Schweizer Jungs, die gerade hier waren, besuchen die LOT-Teams regelmäßig öffentliche Einrichtungen und sprechen mit den Menschen der Region. Sinn und Zweck der Sache: Informationen sammeln, etwaige Spannungen aufspüren, ein „ Wiederaufflammen der Gewalt zu verhindern“, wie’s auf der Homepage der Bundeswehr heißt, deren LOT-Leute unter anderem rund um Sarajevo stationiert sind. Für Jajce und Umgebung sind wie gesagt die Schweizer zuständig. Wir berichten also, im Spielzimmer des Jugendzentrums sitzend, über unser Medien-Projekt. Der kurzgeschorene Schwarzhaarige notiert fleißig mit.

Das Problem bei der Sache: Außer den Institutionen, die besucht werden, hat angeblich keiner in Jajce einen Plan, was die Uniformierten hier eigentlich sollen. „Die Leute sehen nur die dicken Dienstwagen und spekulieren drüber, was die Soldaten wohl im Monat verdienen und was deren Einsatz kostet“, meint eine Mitarbeiterin des Jugendzentrums.

An den Wochenenden dürfen die LOTs dann die Uniform ablegen, bewaffnet sind sie eh nicht. Der eine der beiden blutjungen Kollegen schwärmt nach dem offiziellen Gespräch vom schönen Strand in Dubrovnik. Oder von Sarajevo, wohin’s an den Wochenenden auch gern geht. Mit dem EUFOR-Jeep ein Katzensprung, hier in der Gegend halten selbst sie es, die nur sechs Monate hier eingesetzt sind, nicht lange aus.



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